Fragefehler in der Praxis
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„Wer fragt, der führt “, oder nerven Sie damit vielleicht Ihre Gesprächspartner?
Fragefehler könnten eine Ursache sein. Sofern Sie bereits Seminare oder Coachings bei uns besucht haben, wissen Sie, was wir davon halten, sich nur mit „Techniken“ zu beschäftigen. Für erfolgreiche Gespräche braucht es mehr als „Techniken“. Es ist immer die innere Haltung, die den Unterschied macht und die Chance erhöht, dass Sie Ihre Gesprächsziele erreichen.
Wenn Sie jedoch Fragen nutzen möchten, um wirklich mehr über die Bedürfnisse Ihres Gesprächspartner zu erfahren, dann erfahren Sie hier die häufigsten Fragefehler in der Praxis.
Die häufigsten Fragefehler in der Praxis
Grundsätzlich können wir hier vier typische Fragefehler unterscheiden:
- Mehrere Fragen werden gleichzeitig / nacheinander gestellt
- Es wird „russisches Roulette“ gespielt
- Rhetorische Fragen einsetzen
- Eine Frage stellen, die eigentlich einen Angriff darstellt
Betrachten wir nun die Fragefehler im Einzelnen:
1. Mehrere Fragen werden gleichzeitig / nacheinander gestellt
Typisch wird dieser Fragefehler von Journalisten (!!) – aber natürlich nicht nur von diesen – eingesetzt.
Ein kleines Beispiel soll dies verdeutlichen:
Journalist: „Werden Sie wieder kandidieren …“
Politiker: (will antworten und holt Luft)
Journalist: „… und: glauben Sie, dass Ihre Partei Sie dabei unterstützen wird …“
Politiker: (will wieder darauf antworten)
Journalist: „… wobei natürlich bedacht werden muss, dass die internen Querelen der letzten Wochen natürlich nicht gerade hilfreich waren, oder?“
Das Beispiel zeigt, dass hier der Politiker eine „große Auswahl“ hat, den Fragen zu entgegnen: Er kann sich eine der harmloseren Fragen heraussuchen oder aber gezielt vom Thema ablenken.
Fazit:
Stellen Sie immer nur eine Frage und warten Sie die Beantwortung ab!
2. Es wird „russisches Roulette“ gespielt
Recht häufig lässt sich als Fragefehler beobachten, dass Berater Alternativfragen verwenden („Wollen Sie lieber dieses oder jenes Vorgehen?“).
Dadurch schaffen Sie beim Gegenüber eine Vorstellung von beiden Varianten. Wenn Sie nun aber nur eine davon als praxisgerecht, tauglich o. ä. ansehen, der Gegenüber aber die andere Alternative wählt, haben Sie ein Problem.
Die Folgen dieses Fragefehlers sind oftmals mehr als nur kleine Verstimmungen („Jetzt haben Sie mir zuerst die Alternative B zur Wahl gestellt, und jetzt soll das nicht gehen, wissen Sie eigentlich, was Sie wollen?“).
Fazit:
Alternativfragen sind nur dann legitim, wenn beide Alternativen für Sie einen gangbaren Weg darstellen!
3. Rhetorische Fragen einsetzen
In Präsentationen sind rhetorische Fragen – also die Art von Fragen, die Sie gleich selbst beantworten – ein zulässiges sprachliches Mittel (alle Teilnehmer werden von der Frage angesprochen und beginnen, nachzudenken). Im Zweiergespräch sind sie jedoch ein Fragefehler und Gift.
Fazit:
In Zweiergesprächen führen rhetorische Fragen zur Nichtbeachtung des Gegenübers und werden unweigerlich das Risiko negativer Reaktionen beträchtlich steigern.
4. Eine Frage stellen, die eigentlich einen Angriff darstellt
Auch dieser Fragefehler passiert in der Praxis häufiger als gewünscht, Beispiele hierfür sind unter anderem:
- „Das ist doch wohl nicht Ihr Ernst, oder?“
- „Glauben Sie das wirklich?“
- „Sind Sie immer so unentschieden?“
- „Haben Sie wirklich gedacht, Sie könnten uns diesen Sachverhalt so verschweigen, dass wir das nicht merken?“
- „Ja, was dachten Sie denn, was wir da machen würden?“
Fazit:
Wenn wir fragen, darf damit kein persönlicher Angriff oder eine Herabsetzung der Person verbunden sein. Auch dies führt zu negativen Reaktionsmustern.
Abschluss-Tipp:
Versuchen Sie nicht durch stures Fragen Ihren Gesprächspartner einseitig zu lenken. Ein Gespräch auf Augenhöhe wird von beiden Seiten geführt.